Weltgebetstag der Frauen

Immer am ersten Freitag im März findet weltweit der Gebetstag der Frauen statt.

Der diesjährige Weltgebetstag findet am Freitag 5. März 2021 weltweit statt. 

Ein Gottesdienst zum Weltgebetstag können Sie im Fernsehsender Bibel TV am Freitag 5. März 2021 um 19:00 Uhr sehen oder im Internet unter www.weltgebetstag.de anschauen.

Präsenzgottesdienste:

  • Beutelsbach
    am Freitag, 05.03.21 ab 18 Uhr unter den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in der Evangelischen Stiftskirche in Beutelsbach. Der Gottesdienst wird über video.kirchengemeinde-beutelsbach.de und über den YouTube-Kanal der Kirchengemeinde Beutelsbach unter dem Titel „Stiftskirchen-TV“ übertragen.

  • Endersbach:
    Freitag, 5. März 2021, 18.30 Uhr
    Katholische Kirche St. Andreas Endersbach

  • Remshalden:
    Freitag, 5. März 2021 um
    18.00 Uhr in der evangelische Dionysiuskirche in Grunbach 
    18.00 Uhr
    in der evangelischen Konradskirche Geradstetten.
    19.30 Uhr
    in der evangelische Kreuzkirche Hebsack

 

Die diesjährige Vorlage stammt von Frauen aus Vanuatu.

Sie haben von dieses Land noch nie etwas gehört? 
Hier gibt es ein paar Informationen:

Hintergrundinfos zu Vanuatu

Vanuatu steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstag

Wer oder was ist Vanuatu? a) eine Währung, b) ein exotisches Tier, c) ein Inselstaat, d) eine neue Sportart?
Das könnte die 1-Million-Euro-Frage bei Günter Jauch sein! Doch nach dem 5. März werden sicher viele wissen, dass c) richtig ist, denn der diesjährige Weltgebetstag ist von Frauen aus Vanuatu vorbereitet worden.

Vanuatu liegt im Südpazifik, östlich von Australien. Es ist ein kleines Land mit weniger als 300 000 Einwohnern, die auf 67 der 83 Inseln wohnen. Es ist aber auch ein großes Land: Deutschland würde 2,5mal in die Fläche von Vanuatu passen.

 

Dass viele von Vanuatu noch nie gehört haben, liegt sicher auch daran, dass das Land bis vor 40 Jahren „Neue Hebriden“ hieß. Doch als sich 1980 die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien zurückzogen, wählten die Bewohner einen Namen in ihrer Sprache. Er setzt sich zusammen aus Vanua, was Inseln bedeutet, und „atu“, das man mit „sich erheben“ übersetzen kann.

Vanuatu ist eine parlamentarische Republik. Die meisten seiner Einwohner sind Christen verschiedener Konfessionen. Die Wirtschaft des Landes besteht hauptsächlich aus Tourismus, Fischfang und Landwirtschaft, wobei vor allem Kokospalmen, Erdnüsse, Bananen und Mais angebaut werden. Weil es viele Steuerarten nicht gibt, entwickelte sich das Land in den letzten Jahren zunehmend zur Steueroase. Deswegen hat die EU den Finanzplatz auf ihre schwarze Liste gesetzt.

 

Geschichte, Kolonialismus und Identität der Sprache von Vanuatu

Vanuatu, aus dem dieses Jahr der Weltgebetstag kommt, wurde schon vor Jahrtausenden von Menschen von anderen Südseeinseln besiedelt. Weil die Dörfer, die sie gründeten, kaum Kontakt untereinander hatten, hatte jedes seine eigene Sprache. Noch heute werden in Vanuatu über 100 Sprachen gesprochen – das ist Weltrekord!

Erster Europäer auf den Inseln war 1774 der britische Entdecker James Cook. Er taufte das tropische Inselparadies auf den Namen „Neue Hebriden“. Der Name blieb bis 1980. Bis dahin war das Land britische und französische Kolonie. Die Kolonialherren profitierten vom Sandelholz, das überall wächst. Sie brachten aber auch viele Einwohner als Sklaven auf die Zuckerrohrplantagen nach Australien.

Die ersten Missionare kamen 1839 ins Land – und setzten dem noch grassierenden Kannibalismus ein Ende. Bis heute ist der christliche Glaube, dem fast 80 Prozent der Bevölkerung angehören, ein wichtiger Teil der vanuatuischen Identität. Deren zweite Säule ist die gemeinsame Sprache, die sich im 19. Jahrhundert entwickelte. Bis dahin konnten sich die Bewohner anderssprachiger Dörfer nur mit kunstvollen Sandzeichnungen verständigen, die heute als UNESCO-Kulturerbe anerkannt sind.

Die gemeinsame Landessprache fußt auf dem Englischen. Sie heißt Bislama, was sich aus dem französischen Wort für Seegurke ableitet, denn in dieser Sprache verständigten sich die Arbeiter bei der Seegurken-Ernte.

Inzwischen wird Bislama an den Grundschulen gelehrt. Neben Englisch und Französisch ist es Amtssprache und die Sprache, in der Radio und Fernsehen senden. Bislama verfügt übrigens über eine sehr blumige Ausdrucksweise, denn es gibt nur 2800 Wörter, so dass vieles phantasievoll umschrieben werden muss.

Stellung der Frauen auf Vanuatu

Die Rollenverteilung von Mann und Frau ist auf Vanuatu sehr traditionell. Die Frauen kümmern sich um Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren. Auf sogenannten Mamma-Märkten verkaufen viele Frauen das Wenige, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten.

Die Männer treffen die Entscheidungen für die Gemeinschaft. Den Frauen ist es verboten, sich einzumischen. Sie müssen sich den Männern auf familiärer, kultureller und religiöser Ebene meist unterordnen, das wird als traditioneller Wert angesehen. Verstoßen sie dagegen, droht ihnen Gewalt.

Viele Frauen glauben, dass sie es verdienen in manchen Situationen geschlagen zu werden. Sie sagen, es sei Brauchtum oder sie zitieren den christlichen Glauben als Grund. Viele religiöse Gruppen arbeiten mittlerweile daran, die Missverständnisse hinsichtlich der Bibel und der Ausübung von Gewalt zu überwinden.

Zwar schließen sich Frauen in Organisationen zusammen, um beruflich voneinander zu lernen und gründen Frauenparteien, um ihre Positionen in die Politik zu bringen. Doch eine Rolle im Parlament gehört für sie nicht dazu. 15 Frauen haben sich 2020 zur Wahl gestellt, keine von ihnen zog ins Parlament ein.

Um den Anliegen von Frauen Gehör zu verschaffen, bildet das Mediennetzwerk „femLINK-pacifik“ Vertreterinnen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus dem ganzen pazifischen Raum in Medienarbeit aus. Zu diesem Training gehören die professionelle Nutzung verschiedener Medien, vor allem aber das Beschreiben der Lebenswirklichkeit und der Probleme von Frauen.

 

Klimawandel - ein Paradies wird bedroht

Vanuatu, der Inselstaat in der Südsee, steht dieses Jahr im Fokus des Weltgebetstages. Das Land ist in ganz ungewöhnlichem Maße von Naturkatastrophen bedroht. Im Weltrisikobericht der UNO nimmt es einen traurigen Spitzenplatz ein, weil es immer wieder von Wirbelstürmen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht wird. Der Zyklon Pam beispielsweise fegte 2015 mit 300 Stundenkilometern über das Land und zerstörte 90 Prozent der Gebäude in der Hauptstadt Port Vil. Er vernichtete aber auch Ernten und forderte viele Todesopfer. Nun werden sich viele fragen, warum dort überhaupt Menschen leben. Ganz einfach! Es ist wunderschön dank bunter Korallenriffe, fruchtbarer Böden, sauberer Umwelt, türkisblauem Meer mit Traumstränden und tropischem Klima.

Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis gibt es schon immer, weil die Inseln auf dem pazifischen Feuerring liegen. Doch der Klimawandel bringt neue Bedrohungen. So gefährden die steigenden Wassertemperaturen die Korallen. Dadurch treffen die Wellen mit ganz neuer Wucht auf das Land und tragen es Stück für Stück ab. Der Effekt wird durch den steigenden Meeresspiegel noch bedrohlicher.

Vanuatu selber trägt übriges kaum zum Klimawandel bei. Im Gegenteil: seit 2018 gilt das strengste Plastikverbot weltweit, und Industrie gibt es nicht. Deswegen kann der Inselstaat die Veränderungen auch nicht selber stoppen und hat als erstes Land der Welt eine Klage gegen Unternehmen und Länder eingereicht, die fossile Brennstoffe in großem Stil verbrauchen.